(see below for English version)
Heute morgen war ich in unserem kleinen Buchladen an der Ecke. In den knapp zehn Minuten die ich dort verbrachte kamen fünf Leute rein, die das neue Buch von Thilo Sarrazin „Deutschland schafft sich ab“ bestellen wollten. Das Buch, dass von den Medien als anti-muslimisch und fremdenfeindlich gebrandmarkt wird ist ausverkauft bevor es überhaupt in den Buchläden liegt.
Natürlich ist Sarazzin, Mitglied der SPD und im Vorstand der Bundesbank, als Provokateur bekannt. Niemand ist wirklich überrascht von seinen aufwieglerischen Kommentaren über Minderheiten, insbesondere Ausländer. Trotzdem scheint er mit seinem neuesten Buch über den angeblichen Niedergang der Deutschen durch die Immigranten auf viel Anklang zu stoßen.
Natürlich hat sich die deutsche Regierung, inklusive der Kanzlerin, schnellstmöglich von Sarrazin distanziert und seine Ausführungenals „schädlich“, „diffamierend“, „polarisierend“, „nicht hilfreich“ bezeichnet.
Natürlich hat die Presse einige besonders scharfe und lächerlich rassistische Passagen aus dem Buch veröffentlicht. Diejenige, die ich jedoch als besonders beunruhigend empfinde ist folgende:
„Ich möchte nicht, dass das Land meiner Enkel und Urenkel zu großen Teilen muslimisch ist, dass dort über weite Strecken Türkisch und Arabisch gesprochen wird, die Frauen ein Kopftuch tragen und der Tagesrhythmus vom Ruf der Muezzine bestimmt wird. Wenn ich das erleben will, kann ich eine Urlaubsreise ins Morgenland buchen.“
Es sind solche Bemerkungen, die die meisten vernünftigen Menschen nicht wirklich ablehnen können und ich habe sie so oder ähnlich in Deutschland immer wieder gehört. Sie rühren an die tiefsten Ängste vieler Deutscher, die Sarrazin, mit Hilfe der Statistik, bestätigt, die beweist, dass sich Immigranten viel schneller „vermehren“ als die „einheimische“ deutsche Bevölkerung.
Ich habe mir dann bei „Amazon“ die Kommentare zu seinem Buch angeschaut (selbstverständlich weiß ich, dass diese oft von Freunden des Autors verfasst werden). Es gab mehr als 20 Rezensionen mit 5 Sternen, alle scheinen zu bestätigten, dass Sarrazin das ausspricht, was viele denken. Wird deshalb innerhalb weniger als einer Woche bereits die dritte Auflage des Buches gedruckt?
Vielleicht sollte ich Herrn Sarrazin ein Exemplar meines eigenen Buches schicken: „Buschgirl: Wie ich unter die Deutschen geriet“ (C.Bertelsmann Verlag) , selbstverständlich handsigniert. Er würde einen anschaulichen Eindruck davon bekommen, was aus seinem Deutschland inzwischen geworden ist.



